Fragen + Antworten
Wo und wie kommen die Jugendlichen nach Deutschland?
Die Jugendlichen reisen über verschiedenste Wege ein. In Deutschland angekommen, werden sie über die zentralen Aufnahmestellen in Bundesländer zugewiesen. Jungen leben bis zur Vermittlung in eine Pflegefamilie in einer Wohngruppe in Bremen Nord, Mädchen meist in einer Einrichtung für Mädchen und junge Frauen oder in Übergangspflegestellen.
Was haben die Jugendlichen auf der Flucht erlebt?
Die Erlebnisse werden oft verdrängt und nicht angesprochen. Man muss damit rechnen, dass die jungen Männer und Frauen vor und während ihrer Flucht vielfältige Gewalterfahrungen gemacht und Extremsituationen durchlebt haben. Dazu gehören sexuelle Gewalt, Bedrohung, Hunger, Gefangennahme unterwegs oder Todesangst bei Transporten. Alle jedoch sind von ihren Familien getrennt und kommen alleine in ein unbekanntes Land.
Müssen Pflegefamilien Fremdsprachen können?
Kenntnisse in Englisch oder Französisch sind von Vorteil. In der Regel erlernen die Jugendlichen aber schnell die deutsche Sprache. Dies wird bereits in den ersten Tagen des Aufenthaltes in Bremen eingeleitet.
Kommen die Jugendlichen sofort in eine Familie?
Die Anbahnung durch PiB erfolgt auf Grundlage der Bewerbung einer Pflegefamilie oder Einzelperson. Es kommt auf eine gute Passung zwischen Pflegestelle und dem jugendlichen Flüchtling an. PiB begleitet das Kennenlernen. Dies erfolgt in Absprache mit der Amtsvormundschaft bzw. dem Casemanagement des Amtes für Soziale Dienste. Zu jedem Zeitpunkt der Anbahnung können die verschiedenen Parteien sich zurückziehen.
Dürfen die jungen Flüchtlinge in die Schule gehen?
Ja, es gibt besondere Angebote für die Jugendlichen. Je nach Vorbildung wird eine passende Schulform erschlossen. Dies geschieht entweder mit der Hilfe von PiB oder bereits in den Pflegestellen.
Wer hilft Pflegefamilien, wenn es kompliziert wird?
Die Jugendlichen haben bis zu ihrer Volljährigkeit einen Vormund. Der ist für alle wichtigen Entscheidungen zum Wohle des Kindes verantwortlich. Das Casemanagement im Amt für Soziale Dienste ist für die rechtlichen Seiten des Pflegeverhältnisses zuständig. Die PiB-Fachberatung steht der Pflegestelle und dem/ der Jugendlichen beratend zur Seite. Besondere Veranstaltungen beleuchten Themen und Erfahrungen, die aus dem Zusammenleben mit Flüchtlingskindern entstehen.
Sind die jungen Flüchtlinge offiziell Asylbewerber?
Sie sind zunächst in Deutschland geduldet. Über die Antragstellung eines Asylantrages muss in Ruhe entschieden werden. Dies ist eine Entscheidung, die der Vormund mit dem jungen Menschen bespricht. Für Pflegestellen bietet PiB Veranstaltungen, die sich mit diesem Themenkreis befassen. Dazu gehören auch die Belastungen, die Pflegepersonen und Pflegekinder durch den unsicheren Rechtsstatus durchleben.
Was müssen Pflegeeltern bei PiB für Kurse absolvieren?
Das Programm Kinder im Exil ist eine Sparte der Vollzeitpflege. Für Pflegepersonen sind Grundkurs, Einzelgespräch, Aufbaukurs, Wahlpflichtmodule und ständige Weiterbildung verpflichtend. Näheres können Sie dem Programmheft der Pflegeelternschule entnehmen.
Termine
-
Informations-Veranstaltung
26.09.2012 - 19.00 - 20.30 Uhr
PiB gGmbH, Bahnhofstr. 28-31, 28195 Bremen, Pflegeelternschule
alle Termine
Wir beraten Sie gerne.
Rufen Sie uns an unter Tel. 04 21/ 95 88 20-44 oder schreiben Sie uns eine Nachricht über unser Kontaktformular.